Vélo 54 – Bike-Kompetenz mit Nachbarschafts-Flair

Die Fassade: knallgrün und im eleganten Art déko-Stil. Die Türen: weit geöffnet. Wer durch die Wilhelmsburger Veringstraße fährt, dem fällt dieser Shop sofort ins Auge – auch weil sich auf dem Gehsteig davor eine Riege neuer Lastenfahrräder, dazu eine bunte Auswahl an soliden und praktischen Alltagsrädern aneinander reiht. Vélo 54 punktet mit Verkauf und Service – die zwei aktuellen Betreiber Hannes und Tim schließen mit ihrem Konzept eine Lücke, die vorher offenbar niemand so recht auf dem Schirm hatte.
 

 

„Auf der Elbinsel Wilhelmsburg leben zirka 55.000 Menschen. Vor der Eröffnung unseres Ladens gab es nur ein alt eingesessenes Fahrradgeschäft und die ehemalige Arbeitsloseninitiative Elbinselrad“, erzählt Tim, der bei der Eröffnungsfeier im April 2014 mit den Gründern Hannes und Andy ins Gespräch kam. Und Zack! Eineinhalb Monate später war er selbst mit an Bord – und kümmert sich heute um die geschäftsführerischen Belange und den Einkauf, während Hannes die Werkstatt und den Tresen am Laufen hält.

Beide leben in der Nachbarschaft und sind wie alle im insgesamt siebenköpfigen Team passionierte Biker. Keiner von ihnen hat ein Auto. „Das Rad ist unser Hauptverkehrsmittel, viele kommen aus dem Sport- oder Kurierbereich – und sind deshalb auch in der Beratung entsprechend fit.“

Enthusiasmus und Leidenschaft – das sind die Schlüsselkompetenzen, die das Vélo 54-Team von vielen Mitbewerbern unterscheidet. „Obwohl viele Kunden wegen unserer Lastenräder aus dem weiteren Umfeld kommen, wollen wir vor allem den Wilhelmsburgern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unsere Tür ist offen für alle“, sagt Tim. Der Laden ist in vielerlei Hinsicht barrierefrei – so schaffen es auch Rollstuhlfahrer aus der Nachbarschaft ohne Probleme hinein, um sich ihre Reifen flicken zu lassen. „Von der Flüchtlingsfamilie, dem Porsche fahrenden Neu-Wilhelmsburger, alteingesessenen Nachbarn, Studenten und der migrantischen Community kommen alle zu uns“, betont das Gründer-Duo.

Was die Kunden hier vorfinden? Vor allem Qualität! „Mit der Billig-Mentalität vieler großer Online-Shops können wir nicht mithalten – wollen wir aber auch gar nicht“, meint Tim. Das Portfolio umfasst eine breite Palette an verschiedenen Lastenräder sowie Zweirad-Schätzchen eher seltener Marken wie tout terrain, Veloheld oder Hase Bikes. Gerade das Kinderrad-Segment mit woom bikes floriert, und auch E-Bikes von Riese & Müller gibt’s hier. Nicht zu vergessen: die auf Kundenwunsch zusammengestellten Originale, die in einer Art Baukasten-System individuell gestaltet werden – der Kreativität sind hier fast keine Grenzen gesetzt: Allein der Farbfächer für die Custom-Bikes umfasst über 200 Töne.

Ab 900 Euro gibt’s so ein individuell zusammengestelltes Bike. Kunden, die nicht so viel ausgeben können, werden dennoch nicht allein gelassen. „Wir empfehlen dann eher ein hochwertiges Rad aus zweiter Hand – ab 200 Euro ist da schon einiges möglich. Bei Fragen vor so einem Second Hand-Kauf beraten wir gern, auch wenn wir erstmal nichts davon haben“, so Fanne.

Folgerichtig ist der Laden ziemlich gut ausgelastet: Im Sommer müssen die Kunden teilweise bis zu acht Wochen auf einen Werkstatttermin warten. Aber es lohnt sich: Der Service ist freundlich, auch knifflige Reparaturen werden kompetent ausgeführt. „Ein Bike zu pflegen und instand zu halten entspricht auch dem Nachhaltigkeitsgedanken, der uns allen hier wichtig ist“, heißt es bei Vélo 54. Eine runde Sache eben – und definitiv eine gute Empfehlung für Zweirad-Fans.
 


 

Vélo 54
Veringstraße 54
21107 Hamburg
www.velo54.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10-19 Uhr, Samstag 10-16 Uhr