Hamburger und ihr Rad: Thomas Schindler – Mit dem Fixie durch die Hansestadt

Im dritten Teil unserer Serie „Hamburger und ihr Rad“ stellen wir euch einen weiteren Vertreter dieser besonderen Spezies vor: Thomas Schindler ist einer dieser Menschen, die nicht aufs StadtRAD zurückgreifen, sondern mit dem eigenen Bike durch die Hansestadt radeln.

Thomas kommt ursprünglich aus der Fahrradstadt schlechthin – Münster. Vor rund zehn Jahren ist der 40-Jährige an die Elbe gezogen. Mit dabei: seine damalige Freundin und heutige Frau Kristina. „Uns beiden hat gleich gefallen, dass die Stadt nicht so groß ist wie Berlin oder München“, erinnert er sich. „Man kann hier eigentlich jede Distanz mit dem Rad erreichen.“ Und klar! Die beiden radelten von Beginn an gern zur Elbe – weit war es ja nicht.

Ihre erste Wohnung lag direkt in Altona. Auch Thomas’ Bürogemeinschaft in der Schanze war per Bike nur einen Katzensprung entfernt. Kein Wunder, dass der freiberufliche Motion Designer vor und nach der Arbeit gern in die Pedale trat. „Ich war immer froh, dass ich mich schon auf dem Weg zur Arbeit fit halten konnte.“

Ob das so bleibt? Kürzlich sind Thomas und Kristina mit ihrem vierjährigen Sohn in einen Vorort im Westen von Hamburg gezogen. „Jetzt, wo ich von Suburbia in die Schanze fahren muss, hoffe ich sehr, dass ich die kleine Sporteinheit auf dem Weg zur Arbeit beibehalten kann“, sagt er. Sein Lieblings-Bike macht es ihm leicht, den inneren Schweinehund zu überwinden: Der Mann ist Besitzer eines Single-Speed-Rads – mit nur einem Gang, dafür richtig schnell im Antritt.

Gekauft hat er es vor etwa zehn Jahren auf dem Schanzenflohmarkt. „Ich liebe das Rad sehr!“ Das Beste daran? „Du bist immer der Schnellste an der Ampel – obwohl du oft schön aufpassen musst: Verglichen mit Münster sind Hamburgs Straßen für Radfahrer deutlich weniger entspannt. Da ist noch Luft nach oben.“

Der ambitionierte Fahrrad-Fitnessplan für 2019 steht trotzdem: „Ich habe mir vorgenommen, auch jetzt hier aus dem Vorort so viel wie möglich mit dem Rad zu unternehmen. Bei mir im Büro gibt es zum Glück auch eine Dusche, so dass ich weiter mit dem Bike zur Arbeit fahren möchte. Ausreden gibt es also keine.“

Und wenn die Straßen der Hansestadt mal wieder richtig rutschig vom Regen sind? Kommt kurzerhand das Zweitrad zum Einsatz. Thomas’ City-Cross-Rad hat dank breiterer Reifen mehr Grip und lässt sich zudem noch mit einem Fahrradsitz ausstatten – ideal, um den Nachwuchs gleich an die Hamburger Radkultur zu gewöhnen. Auf dem Weg zum Kindergarten zum Beispiel kann der Kleine schon jetzt als Passagier auf Papas Bike regelmäßig Fahrradluft schnuppern.

Radfahren – das ist für Thomas Alltag, Hobby und Familienangelegenheit zugleich. „Wir machen viele Ausflüge zu dritt. Gerne am Wasser lang. Oder mit der Fähre rüber nach Finkenwerder und dann ab ins Alte Land.“ Klar: In und um Hamburg gibt es eben eine Menge zu entdecken – am besten, indem man ganz entspannt in die Pedale tritt.