Hamburger und ihr Rad: Christian Rieger – Vielfahrer bei Wind und Wetter

In unserer Serie „Hamburger und ihr Rad: Menschen im Portrait“ stellen wir euch Vertreter einer besonderen Spezies vor: Hamburger, die nicht mit dem roten StadtRAD durch die Hansestadt heizen, sondern sich lieber auf ihren eigenen Drahtesel setzen. Christian Rieger ist einer von ihnen.

Wir haben den 32-Jährigen am Fischmarkt getroffen, direkt an der Elbe – denn: Der Fluss, der die Stimmung und den Alltag unserer schönen Stadt bestimmt, hat auch für Christian eine ganz besondere Bedeutung. Gäbe es den Hafen und die Wellen nicht – der gebürtige Stader wäre gar nicht hier. „Ich bin an der Elbe aufgewachsen und somit war klar, dass ich eine Stadt mit Wasser brauche“, erzählt er, während in den Docks gegenüber die Kräne knarzen. „Die Entscheidung, nach Hamburg zu gehen, war reine Herzenssache.“

Mittlerweile ist Hamburg schon seit zehn Jahren Christians Heimathafen. Nach Stationen in Eimsbüttel, Ottensen und Dulsberg wohnt er nun auf St. Pauli. Er arbeitet in einer Agentur als Projektmanager – in der Großen Elbstraße, selbstverständlich mit Blick ins Blaue. Wie er jeden Tag zur Arbeit kommt? Mit dem Rad natürlich! Christian hat kein Auto, fährt so gut wie nie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. „Wieso auch?! Mit dem Bike bin ich am schnellsten unterwegs, bewege mich und bekomme meine tägliche Portion frische Luft noch dazu.“

Auch in der Freizeit ist sein Fahrrad immer dabei: Christian liebt es, zu Konzerten zu radeln, außerdem engagiert er sich für die Freiwillige Feuerwehr Altona. „Ich versuche, mir neben den regulären Diensten auch Zeit für die nächtliche Bereitschaft zu nehmen“, erzählt er. Dann schätzt er es, dass er nicht lange mit dem Auto im Stau stehen muss, wenn er mal kurzfristig – und eben schnell wie die Feuerwehr – zur Wache will.


Christians Rad: ein echtes Unikat. Vor gut sechs Jahren hat er sich einen gebrauchten Rahmen besorgt, die notwendigen Einzelteile im Fachhandel gekauft (bei Suicycle) oder von Freunden organisiert und schließlich alles in Eigenregie zusammengebaut. „Ich war schon immer ein Freund davon, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Daher lag der Eigenbau nah“, meint Christian.

Der Mann und sein Rad sind ein super Team und haben schon so einige gemeinsame Kilometer in Hamburg zurückgelegt. Vor gut drei Jahren wollte Christian nämlich mal weg vom Schreibtisch und nahm sich eine kleine Auszeit. Unter anderem arbeitete er als Fahrradkurier. Seine Erkenntnis aus dieser Zeit: „Es war eine schöne Erfahrung, sein eigener Chef zu sein. Ich weiß allerdings nicht, ob ich es wieder machen würde.“ Radfahren bleibt für Christian also reines Freizeitvergnügen. Warum auch nicht? Entlang der Elbe gibt es in Hamburg auch nach zehn Jahren noch viel zu entdecken.