Die schönsten Touren rund um Hamburg

Auf die Räder, fertig, los! Der Frühling kommt, die Temperaturen steigen – höchste Zeit, das Fahrrad fit für die sonnige Saison zu machen und auf große Tour zu gehen! Oder sich einfach gleich ein rotes StadtRAD schnappen. In Hamburg und im Umland locken jede Menge spannende Ziele und Routen, die man wunderbar per Bike erkunden kann. Egal, ob an der Elbe entlang, durch Industrieanlagen ins lebhaft-multikulturelle Wilhelmsburg oder ins wild blühende Alte Land: Nichts wie raus aus der Innenstadt – und rein ins kleine Mikro-Abenteuer vor der Haustür!

Durchs Alte Land: Kaffeegarten-Fahrt vorbei an Obstplantagen

Blühende Apfel- und Kirschbäume so weit das Auge reicht, dazu Vogelgezwitscher, klare Luft und kaum Verkehr. Keine Frage: Das alte Land ist nicht nur das größte geschlossene Obstanbaugebiet Nordeuropas, sondern wohl auch das schönste. Wer hier in die Pedale tritt, erfährt eine ganz neue Form der Entschleunigung. Wie sonst könnte man die oft noch rotgeklinkerten, alten Höfe und die sattgrüne Landschaft besser auf sich wirken lassen? Das Beste: Wenn die Beine müde werden, lockt eine gemütliche Einkehr in einem der vielen Kaffeegärten. Die Sonne im Gesicht, dazu der Duft von selbst gebackenem Kuchen in der Nase – so kommt man ratzfatz wieder zu Kräften. Ein echter Geheimtipp ist beispielsweise das „Café Obsthof PuurtenQuast“ in der Nincoper Str. 45 in Neuenfelde. Praktisch: In einem Hofladen werden Äpfel und Birnen aus eigenem Anbau verkauft.

Wo genau geht’s lang? Startpunkt der knapp 40 Kilometer langen Tour ist der S-Bahnhof Neugraben. Von hier radelt ihr weiter Richtung Elbmosaik, biegt dort im Kreisel Richtung Westen ab und fahrt über die Orte Neu Wulmstorf, Rübke, Estebrügge, Königreich, Hinterbrack, Cranz, Neuenfelde und Hinterdeich über die Francoper Straße wieder zurück nach Neugraben. Die Wege sind zum Großteil asphaltiert. Aber Achtung: Neun Kilometer der Tour sind unbefestigt und könnten daher etwas ruckelig werden.

Unser Tipp: Mietet euch für einen Tag ein StadtRAD und fahrt mit der HVV-Hafenfähre Linie 62 über die Elbe nach Finkenwerder. In Hamburg könnt ihr an den Landungsbrücken, in St. Pauli, am Fischmarkt oder am Museumshafen Övelgönne einsteigen. StadtRAD-Stationen findet ihr dort überall zu Hauf. 

Immer am Fluss entlang: Auf dem Elberadweg von Altona nach Wedel

Fast 1300 Kilometer lang, begleitet der Elberadweg unseren Haus-, Hof- und Lieblings-Fluss von der Quelle im tschechischen Riesengebirge bis nach Cuxhaven, wo die Elbe in die Nordsee mündet. Aber keine Angst! Ganz sooo weit führt unsere Tour nicht – trotzdem bietet sie jede Menge Abwechslung: Im Vorbeiradeln einen Blick auf das backsteinerne Südportal des Schellfischtunnels werfen? Kein Problem! Oder lieber in der beliebten Strandperle ein Päuschen einlegen – Schiffstuten im Ohr und die Füße im Sand? Geht alles! Ein bisschen herausfordernd wird die Route ab dem Falkentaler Weg – er führt zum Waseberg, der steilsten Straße Hamburgs. Zum Ende hin gibt’s dafür eine Extra-Portion Entspannung: Am Falkensteiner Ufer herrscht am breiten Sandstrand gerade an schönen Sommer-Tagen Ferien-Flair wie an der Ostsee und auch die Schiffsbegrüßungsanlage “Willkomm-Höft” in Wedel lädt zu einer kleinen Pause ein. Hier werden die einlaufenden dicken Pötte mit ihrer jeweiligen Nationalhymne und Flaggengruß in Empfang genommen oder verabschiedet. Tipp: Wer die Show bei Kaffee und Kuchen auf sich wirken lassen möchte, nimmt am besten auf der Terrasse des Restaurants und Cafés „Schulauer Fährhaus“ Platz. Von hier hat man einen super Blick auf das Geschehen!

Die Tour im Detail: Losgeradelt wird am S-Bahnhof Altona, von dort geht’s am Altonaer Rathaus vorbei, rechts weiter hinunter nach Övelgönne. Über die Elbpromenade kommt man nach circa sechs Kilometern nach Teufelsbrück, dann über den Wanderweg am Elbufer nach Blankenese. Weiter geht’s nach Wittenbergen, auf dem Hochufer nach Schulau und dann vom Wedeler Hafen durch die Stadt zum Bahnhof Wedel. Die Tour ist knapp 20 Kilometer lang. Tipp für alle, die nicht mit der Bahn zurückreisen wollen: An Wochenenden und Feiertagen fährt zweimal täglich ein HADAG-Schiff von Schulau zurück nach Hamburg.

Direkt am S-Bahnhof Altona befinden sich zwei StadtRAD-Stationen: Die mit der Standort-Nummer 28706 (Bahnhof Altona / Busbahnhof) und die mit der Nummer 28802 (Bahnhof Altona Ost/Max-Brauer-Allee). 

Let’s Loop – Radweg der Superlative: Kurze Runde durch Wilhelmsburg

Mal eben raus, was anderes sehen? Wem der Sinn nach einer entspannten, kleinen Entdeckungstour steht, der sollte dem Loop eine Chance geben. Der etwa 6,5 Kilometer lange, barrierefreie und super-ebene Weg aus feinem Asphalt wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg von 2006 bis 2013 ausgebaut. Er bindet die S-Bahn-Haltestellen Wilhelmsburg und Veddel an, verbindet innerstädtisch geprägte Gebiete mit Parkanlagen, lässt Radler im Vorbeifahren die Hamburger Hafenatmosphäre schnuppern und zeigt das typisch industrielle Gesicht Wilhelmsburgs. Eins vorweg: Verfahren kann man sich hier nicht. Blaue Blockmarkierung, Kilometersteine mit Entfernungsangaben und Wegweiser führen selbst komplett orientierungslose Biker auf sicheren Pfaden. Ihr passiert Schiffe, die beladen und entladen werden, Angler, die entspannt an der Elbe ihr Bierchen zischen und das allseits beliebte Dockville-Gelände, das – wenn nicht gerade Festival-Betrieb herrscht – überraschend ruhig und idyllisch am Wasser liegt. Ein Highlight kurz vor dem Loop ist der kleine, aber feine Inselpark, der mit diversen Spielplätzen, Rosen- und Rhododendron-Gärten, einem Skatepark und sogar einem Hochseil-Parcours neben der coolen Radstrecke ziemlich viel Action bietet.

www.mediaserver.hamburg.de © Kevin McElvaney

Die Route ist schnell erklärt: Wenn ihr am S-Bahnhof Wilhelmsburg startet, macht ihr am besten gleich einen Abstecher in den Inselpark. Eine Variante des Loops schlängelt sich von dort aus über den Veringkanal und die Containertürme an der Industriestraße ins Reiherstiegviertel. Die andere verläuft durch Kleingärten parallel zur Wilhelmsburger Reichstaße, über den Ernst-August-Kanal und den bewaldeten Hornatsdeicher Weg zum S-Bahnhof Veddel. Am besten beide kombinieren – wirklich weit ist es ja nicht!

Wie auch schon in Altona gibt es in Wilhelmsburg gleich zwei StadtRAD-Stationen direkt am Startpunkt der Tour: Die Station mit der Standort-Nummer 24904 (S Wilhelmsburg / Wilhelm-Strauß-Weg) und die mit der Nummer 24903 (Neunenfelder Straße / Kurt-Emmerich-Platz).