Die fünf schönsten Kinos in Hamburg

Streaming-Revolution hin oder her: Das beste Filmerlebnis gibt’s immer noch im Kino. Gemütliche rote Sessel statt der heimischen Couch, leckeres Popcorn statt Chips aus der Tüte. Und: Filmgenuss XXL auf der ganz großen Leinwand. Also runter vom Sofa, rauf auf’s StadtRAD und ab zum Date mit Brad, Meryl & Co.

Wir verraten euch hier unsere fünf liebsten Lichtspielhäuser der Hansestadt – allesamt klein, fein und keinesfalls Teil einer großen Kette. Popcorn und Getränke gibt’s hier übrigens noch zu humanen Preisen.

Zeise Kinos in Ottensen

Eine der Top-Adressen für alle Filmliebhaber in Hamburg: Die ziegelroten Zeisehallen sind das Zuhause der gleichnamigen Zeise Kinos. Bereits seit 1993 duftet es in dem alten Ottenser Schiffsschraubenfabrikgebäude in der Friedensallee tagtäglich nach frischem Popcorn. In den insgesamt drei Sälen, verteilt auf zwei Etagen, werden vor allem Arthouse-Filme gezeigt, typische Hollywood-Blockbuster sucht man vergeblich. Stattdessen locken andere Superlative: Mit seinen insgesamt 367 Plätzen gilt der große Saal als einer der schönsten in ganz Deutschland, im kleinsten Saal fühlen sich Cineasten fast schon wie im heimischen Wohnzimmer. Besonders dienstags wird’s proppenvoll: Beim „Original Tuesday“ laufen alle Vorstellungen in der nicht-synchronisierten Fassung, und um 22:30 Uhr gibt es in der „Sneak Preview“ Überraschungsfilme – ebenfalls in Originalversion. Im Sommer besonders beliebt: Im Rahmen des „Zeise Open Air“ werden im Innenhof des Rathauses Altona Filme unter freiem Himmel gezeigt. Unbedingt Karten im Vorfeld reservieren!

Die am nächsten gelegene StadtRAD-Station ist die mit der Standort-Nummer 2127 (Große Rainstraße/Ottenser Hauptstraße).

Abaton im Grindelviertel

Die Geschichte des Abaton Kinos führt zurück bis in die Siebziger Jahre: Im Jahr 1970 wurde nämlich genau hier das „Programmkino“ erfunden. Das Abaton ist also das erste Kino dieser Art in Deutschland – und heute ist dieser Kinotyp aus der Kinolandschaft nicht mehr wegzudenken. Früher war das anders: Die Gründer des Abatons, Werner Grassmann und Winfried Fedder, belebten das Kinogeschäft wieder neu, indem sie ein Programm entwickelten, das ihren persönlichen Wünschen entsprach – weit entfernt aller Kommerzkinos. Musikfilme waren hier zu sehen, Kultur- und Dokumentarfilme, Retrospektiven der großen Filmgeschichte und Stummfilme. Seither ist das Abaton-Kino im Grindelviertel eine der Lieblingsadressen von Hamburgs Cineasten und ein kultureller Mittelpunkt der Hafenstadt. Besonders spannend: Regelmäßig lassen sich hier Schauspieler und Regisseure für Premieren blicken. Keine Frage: Ins Abaton kommt einfach jeder gerne!

Direkt vor dem Abaton befindet sich einer der beliebtesten und meist genutzten StadtRAD-Stationen von ganz Hamburg: die Standort-Nummer 2215 (Allende-Platz/Grindelhof).

Passage-Kino auf der Mönckebergstraße

Das Motto des Passage-Kinos mitten in der Hamburger Altstadt lautet: „Andere zeigen Filme – Wir machen Kino!“ Der Leitsatz gilt bereits seit 105 Jahren, denn am 1. November 1913 wurde das Kino in Betrieb genommen und ist somit Hamburgs ältestes Lichtspielhaus. Nach dem Betreten des schlichten Eingangs stockt den Besuchern schon mal der Atem: Art-Déco wohin man nur schaut. Das großzügig angelegte Foyer wirkt wie aus einer anderen Zeit – und das ist es ja auch: Goldtapete mit Jugendstil-Elementen, ein roter Teppich, üppige, braune Ledersessel, viel auf Hochglanz poliertes Schwarz und eine Marmortreppe, die hinauf zur oberen Etage führt. Ganz klar: Hier gibt’s nicht nur etwas zu sehen, wenn das Licht aus ist. Zu Beginn bestand das Filmtheater aus lediglich einem Saal mit über 800 Plätzen, seit 1980 gibt es drei Säle: „Kino 1“ mit 379 Sitzplätzen, das „Hanse“ mit 218 sowie das kleine „Studio“ mit 33 Plätzen. Das Filmprogramm? Sorgsam ausgewählt, ein Mix aus aktuellen Blockbustern, Special-Interest-Filmen und kulturell anspruchsvollen Produktionen.

In unmittelbarer Nähe des Passage Kinos gibt es gleich drei StadtRAD-Stationen: Standort-Nummer 2636 (Mönckebergstraße/Rosenstraße), Standort-Nummer 2534 (Kleine Rosenstraße/Gerhart-Hauptmann-Platz) sowie Standort-Nummer 2637 (Jacobikirche/Steinstraße).

3001 Kino in der Schanze

Das 3001 Kino, das am 1. Mai 1991 im Hof der ehemaligen Montblanc-Füllerfabrik in der Schanzenstraße eröffnete, hat mit Multiplex-Kinos etwa so viel gemeinsam wie die Binnenalster mit dem Bodensee. Hier gibt es zum Beispiel keine großen Säle mit hunderten Sitzplätzen. Nein, lediglich 91 Personen finden in diesem Programmkino Platz. Und das ist auch gut so. Anders als viele andere Hamburger Filmtheater ist das 3001 ebenerdig und für Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe zugänglich. Einzigartig ist auch das Programm: Das 3001 zeigt anspruchsvolle Arthouse-Streifen, Spiel- und Dokumentarfilme, aber auch kleine Produktionen abseits des Mainstreams, die ohne großen Werbe-Etat auskommen müssen. So gut wie alle Filme laufen in der Originalfassung mit Untertiteln, nur hin und wieder mischen sich synchronisierte Fassungen dazu.

Auch Besucher des 3001 Kinos in der Schanze haben die Wahl zwischen gleich zwei StadtRAD-Stationen: Sowohl die Station mit der Standort-Nummer 2132 (Schulterblatt/Eifflerstraße) als auch die mit der Standort-Nummer 2133 (Sternschanze/Eingang Dänenweg) liegen nur ein paar Meter entfernt.

Savoy Kino am Steindamm

Egal ob aktueller Hollywood-Hit oder berühmter Klassiker der Filmgeschichte – eins haben alle Filme im Savoy Kino gemeinsam: Sie laufen in der Originalversion ohne Untertitel. Kein Wunder also, dass sich hier ein internationales Publikum tummelt. Spannend: Das Savoy zeigt regelmäßig Übertragungen der englischen Theaterszene – Shakespeares Hamlet direkt von der Bühne des National Theatre in London auf die große Leinwand in Hamburg. Toll! Auch hinter den Kulissen ist viel los: Erstmals am 14. März 1957 als Hotel mit Kinobetrieb eröffnet, durchlebte das traditionsreiche Filmtheater am Steindamm mehrere Inhaberwechsel und Zweckentfremdungen, bevor es am 20. Juni 2013 mit neuem Glanz seine Neueröffnung feierte – unter anderem mit speziellen Sesseln, in denen man ganz entspannt die Füße hochlegen kann. Auch die gut bestückte Bar ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Wo sonst kann man sich vor der Vorstellung bei einem gut gemixten Gin Tonic oder einem Moscow Mule auf den jeweiligen Lieblingsfilm einstimmen – und die Getränke auch noch mit in den Kinosaal nehmen? Einen kleinen Tisch zum Abstellen der Gläser gibt es an allen 324 Plätzen. Und jetzt: Film ab!

Vom StadtRAD direkt in den bequemen Kinosessel: Beim Savoy kein Problem, denn die StadtRAD-Station mit der Standort-Nummer 2644 (Steindamm/Stralsunder Straße) befindet sich direkt vor dem Eingang des Filmtheaters.